Sentimentanalyse

Sentimentanalyse

Sentimentanalysen helfen dem Investor oder Trader mittelfristig die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der Begriff Sentiment kommt aus dem Englischen und bezeichnet die psychologische Stimmungslage. An den Finanzmärkten soll die allgemeine Stimmung ausgelotet werden. Damit kann herausgefunden werden, ob sich Trends noch im Frühstadium oder bereits in der Endphase befinden.

Was funktionieren Sentimentanalysen?

Die Masse an Marktteilnehmern unterliegt stets einem Herdentrieb

Finanzmarkteilnehmer agieren oft freiwillig oder durch "Gruppenzwang" gleich.  Wenn vorherrschend Optimismus im Markt ist, dann ist die Mehrheit der Marktteilnehmer schon investiert. Kurssteigerungen können nun lediglich über Aktienkäufe auf Pump (Margin) oder durch neue Investitionen erreicht werden. Irgendwann ist jedoch ein Punkt erreicht, wo nicht mehr genügend Käufer gewillt oder befähigt sind Aktien zu kaufen. Wenn die Käufer ausbleiben, können ebenfalls keine Aktien-Leerverkäufer aus dem Markt gedrängt werden. Folge: Die Verkäufer gewinnen die Oberhand und es kommt meist zu Kursverlusten. Umgekehrt funktioniert dies ebenfalls. Bei anhaltender Panik haben die Mehrzahl der Investoren bereits Ihre Aktien verkauft und sind nicht bzw. wenig investiert. Hier würden spekulative Käufe schnell zu starken Kursgewinnen führen.

Dies funktioniert nicht nur an den Aktienmärkten.

Rohstoffe, Währungen, Anleihen.. usw. unterliegen ebenfalls diesem Herdentrieb. Hier zeigen Daten von der CFTC (Future Kontrakte aus den USA) vom COT Report, wie sich die Masse der Marktteilnehmer positioniert.

TRADE-REX Empfehlung von Sentimentanalysen

Was sind unsere Favoriten?

Das EUWAX Sentiment

Das euwax Sentiment wird von der Börse Stuttgart herausgegeben und beschreibt die Positionierung von Privatanlegern.

 

Die Idee für das EUWAX Sentiment


Der Privatanleger-Index Euwax Sentiment spiegelt das Verhalten von Privatanlegern wider. Er basiert auf marktnahen Privatanleger-Orders in Hebelprodukten, denen die Basiswerte DAXXDAX bzw. DAX/XDAX-Kombiprodukt zugrunde liegen. Ein positiver Wert bedeutet, dass die Mehrheit der Anleger auf steigende Kurse setzt, während ein negativer Wert bedeutet, dass die Mehrheit der Anleger eher von einem sinkenden Markt ausgeht.

Der Fear & Greed Index

Der Fear & Greed Index wird von CNN Money veröffentlicht und beschreibt die Marktstimmung anhand von 7 Indikatoren.

Wenn Die Nadel im Extrembereich ist, gilt es aufzupassen. Greed sollte einen eher dazu veranlassen, nicht mehr Aktien zukaufen bzw. Bestände zu reduzieren oder Absicherungen einzugehen. Extreme Fear zeigt meist einen Zustand, an dem Aktienkäufe tendenziell geeignet sind. (Nach dem Motto: Kaufen wenn die Kanonen donnern)

 

Die 7 Faktoren des Fear & Greed Index
  1. Stock Price Momentum: Der S & P 500 (SPX) versus seinen 125-Tage gleitenden Durchschnitt
  2. Aktienkurs Stärke: Die Anzahl der Aktien, die 52-Wochen-Hochs und Tiefs an der New Yorker Börse über bzw. untertreffen.
  3. Aktienkurs Volumina: Das Volumen der steigenden Aktien, gegenüber dem Volumen der fallenden Aktien.
  4. Put- und Call-Optionen: Die Put / Call-Ratio, die das Handelsvolumen der bullishen Call-Optionen im Vergleich zum Handelsvolumen der bearishen Put-Optionen vergleicht
  5. Junk Bond Demand: Die Spread zwischen Renditen auf Investment Grade Anleihen und Junk-Anleihen
  6. Marktvolatilität: Der VIX zur Messung der Volatilitä.
  7. Safe Haven/Sicherer Hafen: Der Unterschied in der Rendite(Dividenden) für Aktien gegenüber Treasuries (Sorte von US-Anleihen)

Der Commitments of Trader Report (COT)

Der COT Report wird von der CFTC (COMMODITY FUTURES TRADING COMMISSION) wöchentlich veröffentlich.

Die Daten werden für den Laien unübersichtlich präsentiert und deshalb oft von spezialisierten Dienstleistern aufbereitet.

TRADE-REX nutzt hierfür gerne cotbase.com als Dienstleister. (Es gibt jedoch auch noch andere Anbieter)

Weitere Informationen finden sich u.a. hier https://de.wikipedia.org/wiki/Commitment_of_Traders_Report

Kurze COT Report Erklärung

Der COT Report beschreibt die Positionierung der Marktteilnehmer am Futures Markt.

Er gliedert sich vereinfacht in Private(Kleine Spekulanten), Institutionelle (Hedgefonds/Große Spekulanten) und Commercials (Produzenten, Swap Dealer usw...)

Hier werden oft extreme Positionierungen von Großen & Kleinen Spekulanten offensichtlich. 

Abschließende Bemerkung

Sentimentanalysen sind ein gutes Hilfsmittel, jedoch kein heiliger Gral!

Es können jederzeit Situationen auftreten, in denen Sentimentanalysen nicht funktionieren. Ein Herdentrieb kann länger andauern und die Extremen Zustände können länger anhalten, als der Investor oder Trader gewillt oder befähigt ist, die Position zu halten. 

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