Straddle

1. Einführung in die Thematik

Was ist ein Straddle? 

Straddle kommt aus dem Englischen. Der Investor geht gleichzeitig Short und Long falls er unsicher ist wie sich die Kurse bewegen aber eine starke Bewegung erwartet wird. Unternehmensnachrichten, Politische Entscheidungen, Wirtschaftsdaten usw....
Der Investor will die Prämien für den Call und Short einstreichen und mit dem Gewinn des erfolgreichen Trades die Verluste des misslungenen kompensieren um so eine positive Bilanz zu erreichen. Hierzu sollte man verstehen wie Optionen funktionieren. Optionsscheine werden von den Emittenten geschickt gestellt um die Strategie für Privatanleger meist im Minus enden zu lassen. (Stichwort implizierte Volatilität). TRADE-REX gibt eine kurze Erklärung zu Optionen hier.

Was ist die Voraussetzung für die Strategie?

Man sollte sich mit Optionen auskennen und ebenfalls einen EUREX Zugang besitzen. Denn Futures und Optionsscheine sind eher ungeeignet für diese Strategie. CFD's können in einer Abwandlung angewandt werden (Mehr dazu weiter unten).

2. Wie sieht die Strategie aus?

Der Ansatz

Die Strategie sollte nur angewandt werden, wenn man eine stärke Bewegung am Finanzmarkt erwartet. Gründe oder Richtung sind unerheblich. Die normale Herangehensweise ist sich Put und Call Optionen zu suchen, die Nahe am Strike liegen. Wenn Beispielsweise eine ähnliche Abstimmung wie der Brexit ansteht, können so die starken Kursgewinne des erfolgreichen Trades, den Verlusttrade überkompensieren.

Ein Verlust würde entstehen, wenn der Kurs sich kaum bewegt.
Siehe Grafik: Die Call Only Linie zeigt ab wann der Kurs (obere Hälfte der dicken Horizontalen Linie) im Gewinn ist. Umgekehrt gilt das selbe für die Put Only Linie.

Die kombinierte Linie (das V) zeigt dass der Kurs des Finanzwertes sich einen gewissen Abstand bewegen muss um den Trade in die Gewinnzone laufen zu lassen.

Ein Rechenbeispiel:

Der Kurs einer Aktie ist derzeit bei 50€. Es werden eine Call und Put Option zu einem Price von 3 € gekauft. Beide haben den selben Strike und selbes Verfallsdatum

Der Trade wird erfolgreich, wenn entweder die Aktie über 56€ oder 44€ steigt. Der maximale Verlust von 6€ in dem Szenario wäre bei keiner Bewegung also dem Verfall der Optionen bei einem Aktienkurs von 50€.

Wenn der Kurs auf 65€ gestiegen wäre, würde der Gewinn bei 9€ liegen.

Gewinn: 65€ -50€(Strike) -6€ = 9€

9€ Gewinn x die Anzahl der Optionen ist der Gesamtgewinn.

 

Wenn man keine Optionen handeln möchte bieten sich Knockout Zertifikate an. Leider werden diese oft verzerrt durch Aufpreise und Spreaderweiterungen. Der Underdog beim News-Straddle ist der Eurobund Future. Dieser hat eine festen Schluss und Eröffnungskurs und wird noch nicht so sehr von den Brokern beobachtet wie bspw. Hebelprodukte auf den DAX. Hier gibt es die Möglichkeit sich mit Knockout Zertifikaten um 21:59 einzudecken, ohne dass diese Overnight ausgeknockt werden können.

 

3. Worauf sollte ich achten?

Die Strategie funktioniert NUR bei Volatilität. Diese Situationen treten nicht so häufig auf. Man hat deshalb nicht oft die Gelegenheit diese Strategie zu verwenden und sollte dies auch nicht unüberlegt.

Desweiteren muss unbedingt auf den Verfall der Optionen geachtet werden. Es gibt amerikanische, europäische und asiatische Optionsscheintypen. Hier sollten der Einfachheit amerikanische Typ gewählt werden. (Die häufigste Art)

 

4. Welche Variationen gibt es?

Achtung: Die hier vorgestellte Strategie ist höchst riskant und bei den Brokern unbeliebt. Dies kann über den Totalverlust des eingesetzen Geldes auch zur evtl. Sperrung von Konten führen. 

CFD Broker haben spätestens seit Sommer 2017 keine Nachschusspflicht mehr für Privatkunden. Das heißt negative Salden müssen von den Brokern ausgeglichen werden.

Man könnte deshalb bei Börsenbewegenden Nachrichten eine Straddleposition mit dem max. Konto eingehen. Hierzu werden lediglich zwei unterschiedliche Unterkonten oder unterschiedliche Broker benötigt.

Vor dem Brexit hätte man beispielsweise auf dem einen Konto eine DAX Long Position kurz vor Börsenschluss (22h) eingehen können mit der maximalen Margin (komplettes Konto) und mit dem anderen Konto eine DAX Short Position. (Oder Eurobund)

Die Logik ist die selbe wie oben, allerdings können hier durch die sehr starke Hebelung von bis 1:400 oder 1:500 stärke Gewinne abfallen. Es ist eine kleinere Distanz zum Schlusskurs für Gewinne nötig, als bei Optionen.

Worauf sollte man achten?

Broker haben auf diese OVN Gaps reagiert und erhöhen meist vor bevorstehenden Ereignissen die erforderliche Margin oder erlauben kurz vor Börsenschluss keine Positionseröffnung. Es gilt einen Broker zu finden, der entweder dies nicht tut oder 

Welche andere Möglichkeiten bleiben übrig?

Broker wollen den Kunden nicht verärgern und ständig Margen anpassen -> Intraday Ereignisse werden nicht angepasst.

Eine Liste von Handelbaren News:

  • NFP - Gold/Silber, Forex Dollar, US Aktien Indizes (nonfarmpayrolls - Arbeitsmarktdaten der US)
  • Öl Lagerdaten - WTI, BRENT (EIA - die Veränderung der Rohöllagerbestände)
  • FED & EZB Sitzungen, Gold/Silber, Forex Euro/Dollar, Aktienindizes

Man könnte hier wenige Sekunden vor Eröffnung eine Limit Order setzen und auf eine starke Bewegung hoffen oder Short/Long Positionen in unterschiedlichen Konten eröffnen um auf beide Seiten vor dem Move zu setzen.

Achtung: Nicht jeder Broker ist hierfür geeignet. Manche setzen den Handel aus oder verzögern die Ordereingabe so stark dass man sehr schlecht in den Markt kommt und ungünstige Kurse zugestellt bekommt.

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