Was sind Kryptowährungen?

Das Geld der Zukunft?

Erstellung am 12.05.2017 - zuletzt aktualisiert am 03.06.2017

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A purely peer-to-peer version of electronic cash would allow online payments to be sent directly from one party to another without going through a financial institution.

Satoshi Nakamoto [Pseudonym des Unbekannten Bitcoin Erfinders]

Seit dem Start von Bitcoin (BTC) in 2011, ist die weltweit erste Kryptowährung von dem Tief bei 0,75$ bis zu $2,770 explodiert - unfassbare 369.223% Kurssteigerung.

Kein anderes Wirt hat derzeit so einen Hype wie Kryptowährungen. Doch was genau sind Kryptowährungen? Verpasst man womöglich etwas, falls man nicht auf den Zug mit aufspringt?

Der erste Bitcoin ETF könnte bald aufgelegt werden und somit die Zukunft für digitale Währungen erleichtern. Doch gibt es auch zurecht warnende Stimmen?

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind Geld bzw. Fiatgeld in Form digitaler Zahlungsmittel. Bei ihnen werden Prinzipien der Kryptographie angewandt, um ein verteiltes, dezentrales und sicheres digitales Zahlungssystem zu realisieren. Sie werden im Gegensatz zu Zentralbankgeld bis heute ausschließlich durch Privatleute oder Unternehmen geschöpft. Kryptowährungen sind vergleichbar mit Edelmetallen und traditionellen Währungen, aber an wichtigen Stellen unterschiedlich. Sie können nicht beliebig erschaffen werden (im Gegensatz zu Euros oder Dollars) und ähneln somit den Eigenschaften von Edelmetallen wie Gold. Kryptowährungen werden jedoch wie traditionelles Geld in Einheiten bewertet und nicht nach Gewicht oder Qualität wie Gold.

Die Technologie hinter Bitcoins wird als Blockchain bezeichnet.

Was ist die Blockchain?

Die Architektur hinter der Kryptowährung Bitcoin wird als Blockchain bezeichnet. Was sind Kryptowährungen? - dazu muss man die Blockchain verstehen.

Vereinfacht ausgedrückt - Eine verschlüsselte Textdatei, die alle Transaktionen speichert. Die einzelnen Transaktionen werden in „Blocks“ hinterlegt, die zuvor erst generiert werden mussten. Die Generierung von Bitcoins wird als "Mining" bezeichnet. Der Vorgang des „Mining“ erstellt jedesmal einen neuen Block, der sich automatisch an den vorherigen anhängt. Diese Summe an Blocks bezeichnet man als Blockchain.

Von der technischen Seite ist die Blockchain eine Datenbank, die alle Verbindungen (Zwischen dem Sender und Empfänger - Peer to Peer) aufezeichnet. Diese Datenbank ist verteilt - also dezentral. Es gibt mehrere Datenbank-Systeme, die eine Verteilung der Daten und Transaktionen über mehrere Schnittstellen (sog. Nodes) erlauben. Theoretisch kann jeder eine Node besitzen, denn die verschiedenen Nodes müssen untereinander nicht kennen, um eine korrekte Datenübertragung zu gewährleisten. Dass die einzelnen Nodes sich grundsätzlich nicht vertrauen, macht eine Manipulation der Blockchain schwer möglich (nicht unmöglich). Problem an der Anonymität ist allerdings auch, dass gehackte Bitcoin Wallets oder Transaktionen schwer nachzuverfolgen sind. Man sollte deshalb ein Grundwissen bzgl. Digitale Sicherheit haben, um kein leichtes Opfer für Hackerangriffe zu sein.

Was sind die wichtigsten Währungen und warum spielt dies eine Rolle?

Stand: 1. Mai 2017 - Marktverteilung

RangKryptowährungStartMarktkapitalisierungAnteilNeuemission
1Bitcoin200923.117 Mio. US-Dollar61,2 %4,1 % p. a
2Ethereum 20157.021 Mio. US-Dollar18,6 %12 % p. a.
3Ripple20132.050 Mio. US-Dollar5,4 %25 % p. a.
4Litecoin2011795 Mio. US-Dollar2,1 %11 % p. a.
5Dash2014639 Mio. US-Dollar1,7 %9,9 % p. a.

Das Problem und damit auch gleichzeitig der Reiz von Kryptowährungen ist die Neuheit des digitalen Geldes. Hier liegen die größten Chancen und Risiken. Bitcoin hat die größte Marktkapitalisierung und ist schon am längsten auf dem Markt. Jedoch garantiert dies nicht gleichzeitig den langfristigen Erfolg, denn neuere "Coins" könnten mit verbesserten Technologien, obsolete Währungen verdrängen.

Ethereum hat seit 2015 fast 20% Marktanteil erobert und stellt die anderen Kryptowährungen dadurch deutlich in den Schatten in Bezug auf Wachstum. Falls man in die richtige Newcomerkryptowährung investiert, locken saftige Gewinne.

Achtung: Je mehr Marktkapitalisierung eine Währung hat, desto liquider wird diese in den meisten Fällen. Je liquider ein Wert ist, desto interessanter wird dieser für den Anleger und Trader, weil die Spread-Kosten sinken (Kaufkurs/Verkaufskurs zum selben Zeitpunkt). Dies bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass neue Kryptowährungen kaum gehandelt werden und deshalb ungeeignet für Trading oder kurzfristige Investments ist. Die Spread-Kosten wären höher und der reibungslose Verkauf wäre nicht zu jedem Zeitpunkt garantiert. Jedoch locken die astronomisch hohen Renditen, bei dem frühen Investment in eine aufstrebende Kryptowährung,  Spekulanten und Spieler an. Starke Kursschwankungen sind deshalb sehr wahrscheinlich.

Was sind die Vorteile und Chancen?

(Beispielhaft wird meistens Bitcoin als derzeit wichtigste Kryptowährung angesprochen.)

bitcoin chart
Quelle:marketwatch.com - BTC/USD Chart

Wer würde nicht gerne in eine Währung investieren, die in 5 Jahren 100-1000% mehr Kaufkraft besitzt. Seit Jahresbeginn (2017) hat z.B. Bitcoin von 750$ auf 1700$ zugelegt. (09.05.2017)

ethchart
Quelle:coinmarketcap.com - ETH/USD Chart

Ethereum, der Überflieger unter den Kryptowährungen, hat seit 2015 von weniger als 1$ auf knapp ~100$ zugelegt. (09.05.2017)

Währungen jeglicher Art (egal ob Edelmetall, Papiergeld oder Kryptowährung) werden nach Vertrauen und Nachfrage bewertet. Die Bundesbank warnt , "[dass der Bitcoin] keine Währung ist und auch kein Wertaufbewahrungsmittel". Jedoch gilt für den Bitcoin dasselbe wie für Euros oder Dollars. Wenn Leute bereit sind, ein Objekt als werthaltig anzusehen, ist die Grundvoraussetzung für eine Währung gegeben. Wie man in der Finanzkrise von 2007 bis 2008 gesehen hat, sind auch normale Währungen und konventionelle Finanzsysteme nicht unfehlbar. Falls die Regierungen mit den Notenbanken weiter, eine bargeldlose Politik vorantreiben, ist der Normalbürger dem Finanzsystem immer stärker ausgesetzt und hat keine Chance, sein Geld zu retten, sollte eine Bank in Schieflage geraten. Wenn Bankkonten eingefroren werden und Kundengelder eingezogen werden, um die marode Bank vor dem Kollaps zu retten, würden sich alternative Zahlungsmittel als Segen erweisen.

 Wie man gut im April/Mai beobachten konnte, korreliert der Bitcoin nicht mit Aktien, Anleihen, Währungen und auch nicht mit Edelmetallen wie Gold. Deshalb wären die gängigen Krpytowährungen als Depotbeimischung interessant. (In geringem Umfang)

inflation

Konventionelle Währungen können durch expansive Geldpolitk, in Form von Gelddrucken (Anleihenkäufe, Helikoptergeld oder Nullzinspolitik) heimlich oder offensichtlich entwertet werden. Das Angebot ist bei normalen Währungen unbegrenzt. Bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin, ist das "Erstellen" oder "Drucken" von neuen Coins nicht ohne Weiteres möglich. Im Gegensatz zu Währungen besteht also der immense Vorteil, dass die Währung nicht extrem schnell verwässert werden kann und somit von der Angebotseite stabiler bleibt.

China macht es vor. Um Kapitalkontrollen zu entgehen, investieren Chinesen im großen Stil in die gängigen Kryptowährungen, um diese im Ausland dann wieder umzutauschen. Das Kapital soll aus China in Sicherheit gebracht werden und dafür eignet sich eine dezentrale Währung. Regierungen und Notenbanken haben nur begrenzt Zugriff auf Kryptowährungen, was diese so unbeliebt in deren Auge macht. Wenn man beschließt, in seinem virtuellen Geldbeutel Bitcoins zu horten, können Notenbanken dort keine Strafzinsen erheben. Der Wert wird so (abgesehen von eventuellen Kursverlusten) nicht gemindert.

Kryptowährungen haben keine Feiertage oder Banköffnungszeiten. Man kann jederzeit an jedem Ort der Welt (mit Internetzugang) Bitcoin senden oder empfangen. Außerdem besitzen Bitcoins geringe Gebühren für Transaktionen. Diese sind im Vergleich zu den gängigen Gebühren von Zahlungsdienstleistern wie Paypal dazu noch geringer. Man benötigt Dienstleister wie Paypal nicht mehr, sondern kann direkt von Sender an Empfänger Bitcoins versenden.

Bitcoin-Transaktionen benötigen keine persönlichen Informationen der Nutzer. Ein Identitätsdiebstahl ist somit ausgeschlossen. Jeder Bitcoin-Nutzer behält außerdem immer die volle Kontrolle über seine Transaktionen. Eine Manipulation des Systems ist durch einzelne Personen oder Organisationen nicht möglich.

Was sind die Nachteile und Risiken?

Bitcoin, Ethereum und alle anderen Kryptowährungen sind extrem nachfrageabhängig. Wenn Regierungen Verbote oder Maßnahmen zur Kontrolle erlassen, würde die Nachfrage schlagartig ins Stocken kommen. Der Kurs würde dadurch sofort an Wert verlieren. Wenn man z.B. Bitcoin für 1200$ (lokales Hoch) im Jahr 2014 gekauft hätte, würde man bereits 2015 bei dem Bitcoin-Kurs von 200$ auf großen Kaufkraftverlusten sitzen. Ob der Kurs sich jemals wieder erholen wird (auf +1200$), bliebe abzuwarten.

maxcoin
Quelle:coinmarketcap.com - MAXCoin/USD Chart

Maxcoin ist ein Beispiel für einen vielversprechenden Start, der dann doch als (voraussichtlicher) Totalverlust endet. Kryptowährungen ohne großes Handelsvolumen, können schnell dieses Schicksal erleiden. Gerade bei "Newcomer Coins" ist das Risiko erhöht. Vorzug sollte (falls man sich für den Kauf von Kryptowährungen entscheidet) oft genutztes Kryptogeld wie Bitcoin oder Ethereum haben.

Auch wenn es Bitcoin bereits seit einigen Jahren gibt, zeigt der Verlauf der Marktkapitalisierung von Ethereum deutlich, wie schnell Marktanteile verloren gehen können. Derweil schlägt sich dies nicht negativ auf den Kurs von Bitcoin aus, dies könnte sich aber durch ein "Bitcoin 2.0" ändern. Wenn man aufs falsche Pferd setzt, können so erhebliche Verluste (bis zum Totalverlust) entstehen. Man müsste zusehen, wie die eigene Währung an Wert verliert, während andere gewinnen.

Im Vergleich zu den großen Weltwährungen haben Bitcoin und andere Kryptowährungen nur ein geringes Handelsvolumen. Äußere Einflüsse können starke Auswirkungen auf den Kursverlauf haben. Spekulanten, die größere Bitcoin-Bestände kaufen oder verkaufen, können so den Kurs schnell nach ihrem Belieben bewegen. So kann es schnell zu sehr starken Kursschwankungen bei  Bitcoin kommen, vor denen die Bundesbank warnt. Es kann regelrecht zu Panikartigen Kursabstürzen kommen, wenn alle Investoren Ihre Bitcoin Bestände gleichzeitig verkaufen wollen. Dieser "Nadelöhr-Effekt" ist ähnlich wie bei Aktien. Der Unterschied ist, dass hier keine Notenbanken intervenieren, um den Kryptomarkt zu retten. Man sollte jederzeit darauf gefasst sein, dass man seine Bestände nicht zu dem erwarteten Kurs verkaufen kann.

Auch wenn immer mehr Menschen Bitcoin und andere Kryptowährungen besitzen und nutzen, ist die absolute Zahl an Nutzern immer noch relativ gering. Daher ist auch die Zahl von Händlern, Dienstleistern, Banken und Brokern bislang noch überschaubar, die Bitcoin als Zahlungsmittel nutzen. Man kann also nicht überall mit Bitcoin zahlen und mit exotischeren Kryptowährungen noch seltener. Ebenfalls ist es nicht garantiert, dass sich das in absehbarer Zeit ändert.

Was gleichzeitig ein Vorteil ist - ist leider auch ein Nachteil. Die Anoynmität von Bitcoin erleichtert es Hackern und Dieben, die digitale Währung zu erbeuten. Wenn man einen Infizierten Rechner hat, können schnell die digitalen Wallets(Geldbeutel) gestohlen oder leer geräumt werden. Hier gilt es Sicherheitsmaßnahmen zu treffen und ein Grundwissen an digitalem Schutz/Sicherheit zu besitzen.

Ein offensichtlicher Nachteil ist die Abhängigkeit von einem funktionierenden Stromnetz und Internetzugang. Während Gold oder Papiergeld "offline" jederzeit genutzt werden könnte, sieht das mit Kryptowährungen nicht so aus. Bitcoins und co. sind keine zuverlässige Zahlungsmöglichkeit für den Einkauf beim Bäcker um die Ecke.

Zusammenfassung
Es gibt erhebliche Chancen aber auch große Risiken bei dem Kauf von Kryptowährungen. Wenn man jedoch investieren möchte und wenig Kenntnisse hat (und auch keine Zeit hat, dies zu ändern), dann wäre unsere Empfehlung eine der bekannten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Man sollte sich jedoch immer bewusst machen, dass die derzeitigen Kryptowährungen durch andere abgelöst werden könnten (Junger Markt).

Wo kaufe ich Kryptowährungen?

Die Investition in Kryptowährungen ist für Anfänger recht kompliziert. Am einfachsten ist es in Bitcoins zu investieren, weil diese am verbreitetsten sind.

Wo kaufe ich Bitcoins?

Bitcoin kaufenBitcoin.de ist die zentrale Anlaufstelle, was den Kauf von Bitcoins angeht. Größter Bitcoin-Markplatz in Europa mit über 220.000 Kunden und weltweit bisher einziger Bitcoin-Handelsplatz mit geprüften Bitcoin-Kundenbeständen durch eine öffentlich-rechtlich bestellte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Desweiteren befindet sich eine genaue Anleitung zum Kauf auf bitcoinblog.de

Die Bitcoin Deutschland AG ist im Rahmen der Vermittlung von Bitcoins zum Kauf oder Verkauf als „vertraglich gebundener Vermittler“ der Fidor Bank AG, München im Sinne des § 2 Abs. 10 des Kreditwesengesetzes tätig. 

Die Regulierung (somit auch Schutz) durch die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) ist somit gegeben. 

Kryptowährungen Traden?

Wenn man die starken Kursschwankungen von Kryptowährungen traden möchte, gibt es auch hier Möglichkeiten. Jedoch ist die Zahl der seriösen Anbieter für das Trading von Krypowährungen noch überschaubar.

Die Liste der Broker die Trading mit Crypto anbieten wächst jedoch ständig. Hier bieten spezialisierte Crypto Broker die besten Konditionen, normale CFD Broker bieten hier aber auch bereits reguliertes Trading an.

Ein Brokervergleich lohnt sich.

Achtung: Der Markt ist keinesfalls so liquide wie normale Devisen, deshalb sind die Spreads dementsprechend auch höher und die Kursbewegungen noch extremer. Man sollte einen passenden Handelsstil hierfür haben.

Falls ihr euch entschließen solltet zu handeln, möchten wir auf unseren Risikohinweis und Haftungsausschluss hinweisen.

Zukunftsaussichten?

Wie es genau weiter geht, kann selbstverständlich niemand sagen!

Jedoch lässt sich bei dem bisherigen Trend vermuten, dass Bitcoin und Co. keine Randerscheinungen bleiben und sich der Hype voraussichtlich kurzfristig (mit Kursschwankungen) fortsetzen wird. Langfristig gesehen sind Kryptowährungen nach unserer Einschätzung die Zukunft.

Wir glauben der Weg wird noch holprig für den durchschnittlichen Krypto-Investor, deshalb raten wir (falls man investieren möchte) dazu - nur kleinere Summen zu investieren, da noch völlig unklar ist, ob Bitcoin, Ethereum oder eine völlige neue Kryptowährung mittelfristig den Kryptogeldmarkt bestimmen. Die sich ständig ändernde Marktkapitalisierung macht dies mehr als deutlich.

Literaturvorschläge

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