Was sind CFD und wie funktionieren diese?

1. Was sind CFD's

CFD steht für Contracts for Difference. CFD's werden außerbörslich über einen Broker gehandelt und sind eher für Privatleute mit kleinem bis mittlerer Kontogröße geeignet. Der Kunde geht hier ausschließlich einen Vertrag mit dem Broker ein und ist dementsprechend auch auf dessen Seriösität und Liquidität angewiesen. CFD's ermöglichen es dem Privatmann eine große Auswahl an Finanzwerte rel. günstig handeln zu können. Durch CFD könnte der Trader oder Anleger als Beispiel seine bestehenden Aktien durch einen Put auf den DAX oder die Aktientitel absichern. Ebenfalls möglich ist es überproportional (sprich gehebelt) an Bewegungen teilzuhaben, so können auch kleinere Konten an der Börse teilhaben. 

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten wie das Vertragsverhältnis aussehen könnte.

1. Der Vertragspartner (Broker) ist Market Maker und leitet die Positionen des Kunden nur teilweise oder garnicht an die Börse weiter. Er nimmt die Positionen des Kunden in die eigenen Bücher und wettet im Grunde gegen den Kunden. Dies ist für einige CFD Broker interessant, da die Mehrheit der Trader mittelfristig verliert. Der Vorteil bzw. Nachteil ist hier, dass meist höhere Hebel des Brokers angeboten werden. Dies kann auch zu Vorteilen führen (siehe Strategietipp), aber meist führt dies nur zu dem schnelleren Absturz des Traderkontos.

2. Der Vertragspartner (Broker) leitet alle Positionen des Kunden direkt und transparent an die Börsen bzw. Liquiditätsprovider weiter und verdient in erster Linie an den Komissionen. Der Spread wird hier meist geringer sein als bei Variante 1. aber die Komissionen machen die Position meist ähnlich teuer. Der Vorteil für den Kunden ist, dass der Broker keinen Vorteil davon hat, durch schlechtere Kurse oder Kursmanipulationen (Spikes oder Spreadausweitungen) gegen den Trader zu arbeiten. Der Broker hat ein Interesse am Erfolg des Traders, da dieser ja durch Volumen - also das Trading - Geld verdient. An jedem Lot, was der Kunde eingeht, verdient der Broker mit und so wäre ein erfolgreicher Trader für den Broker lukrativ.

Wichtig ist hier ein DMA/STP Agentur-Modell ohne Dealing Desk Das reine Agentur-Modell mit 100% DMA/STP Ausführung, bei dem die Broker lediglich als Vermittler fungieren und alle Orders an die Interbanken- und Devisenmärkte weiterleiten. Das Problem ist, dass einige Broker dies behaupten aber nicht tun (Bsp. FXCM USA, dessen Lizenz entzogen worden ist). Eine authentische Post-Trade-Transparenz müsste also jederzeit verfügbar sein. Wenn ein Broker seinen Tradern diese Details liefern kann, kann man sicher sein, dass die ethischen Unternehmensgrundsätze stimmen und die Kundeninteressen gewahrt werden. Mehr dazu bei Brokerwahl.

2. Wie funktionieren CFD's

CFD Handel ist relativ einfach. Man setzt einen Betrag X (Margin) auf die Kursveränderung von einem Wert. Verändert sich dieser, gewinnt oder verliert man immer mit jedem Bruchteil (% Kursveränderung) einen gleichen Wert vom Kontoguthaben.

Bei CFD's hat man meist die Wahl zu einem variablen Hebel zwischen 1:10 und 1:500.

Der Hebel sagt gleichzeitig aus, wieviel Margin Du auf dem Tradingkonto haben müssen, um 1 CFD-Kontrakt zu besitzen.

Beispiel

Beispiele für den Index-CFD 'DAX30' zur Verdeutlichung:

  • Hebel 1:200 - was gleichzeitig bedeutet, dass Du als Margin ein Zweihunderstel je Kontrakt aufbringen müsstest.

  • Wenn der Index also bei angenommenen 8.000 Punkte steht, investierst Du 40 EUR pro Kontrakt zur Orderaufgabe.

  • 1 Punkt Bewegung im Index macht 1 Euro Gewinn oder Verlust (bei Kauf eines Lots/CFD Kontrakt)

Beispiel 1: Gewinn-Trade im DAX30 CFD

1 Lot DAX30 CFD Long

Kontostand bei 7.000 Punkten

170 EUR

1 Punkt im Index enspricht 1 Euro an Wert für den CFD.

Index steigt auf 7.050 Punkte

220 EUR

Veränderung: 50 Punkte

  

Gewinn in EUR

50 EUR

(Angefallene Kosten: 1 EUR da 1 Punkt Spread.)

Handelsbeispiel 2: Verlust-Trade im DAX30 CFD

1 Lot DAX30 CFD Long

Kontostand bei 7.000 Punkten

170 EUR

1 Punkt im Index enspricht 1 Euro an Wert für den CFD.

Index fällt auf 6,950 Punkte

120 EUR

Veränderung: 50 Punkte

  

Verlust in EUR

50 EUR

(Angefallene Kosten: 1 EUR da 1 Punkt Spread.)

 

Achtung: Das CFD-Konto läuft wie bei Futures auf Margin - d.h. man muss den Kontostand beobachten. Wenn Positionen sich ungünstig entwickeln, kann bei einer Position die Sicherheitsmargin eine Rolle spielen. (Der Kontostand, bei dem die Position vom Broker zwangsliquidiert wird)
Beispiel: 1000€ Konto -> 500 € Margin für eine DAX Long Position. -> DAX Kurs fällt und die Position ist über 500€ im Minus -> Broker haben unterschiedliche Sicherheitsmargins, ab denen die Position automatisch geschlossen wird. Bei manchen ist dies erst bei 30% und bei manchen Broker bereits bei 100% - d.h. bei 100% würde ab 500€ Verlust die Position geschlossen werden, weil die Margin erreicht worden ist. Bei 30% würden die Verluste weiterlaufen bis das Konto auf 500€*0,3=150€ angekommen ist.

Bei CFD's hat man meist die Wahl zu einem variablen Hebel zwischen 1:10 und 1:500.

Der Hebel sagt gleichzeitig aus, wieviel Margin Du auf dem Tradingkonto haben müssen, um 1 CFD-Kontrakt zu besitzen. Mit steigendem Hebel sinkt die benötigte Margin d.h. du könntest bei gleichem Konto mehr Lots kaufen. Dies kann zu stärkeren Gewinnen aber auch zu stärkeren Verlusten führen.

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