Was sind Derivate und wie funktionieren diese?

Derivate - Ein Überblick

1. Was sind Derivate?

Was sind Optionsscheine?

"Optionsscheine sind Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Optionsscheine berechtigen die Käufer, während einer bestimmten Laufzeit Aktien zu kaufen. Preis (=Basispreis) und Anzahl der Aktien werden vorher festgelegt. Es gibt zwei verschiedene Optionsscheine, Call- und Put-Optionsscheine. Call-Optionsscheine berechtigen zum Kauf von Aktien. Mit Call-Optionsscheinen können Anleger auf steigende Kurse spekulieren. Put-Optionsscheine berechtigen zum Verkauf der Aktien. Mit Put-Optionsscheinen kann auf sinkende Kurse spekuliert werden.
Im Gegensatz zu Aktien werden Optionsscheine durch eine Frist (Laufzeit) bestimmt. Wenn innerhalb dieser Frist die Option nicht ausgeübt wird, kommt es zu einem Totalverlust. Das Risiko von Optionsscheinen ist gegenüber Aktien, bei denen man schwache Börsenphasen einfach aussetzen kann, wesentlich größer. Je kürzer die Laufzeit, desto risikoreicher ist der Optionsschein." Quelle:Börse.de

Abgesehen von Optionsscheinen mit Bezug auf Aktien lassen sich auch andere  Basiswerte wie etwa Währungspaare oder Rohstoffe handeln.

Wichtig hier sind vor allem die Kennzahlen Omega, Aufgeld p.a./Omega und selbstverständlich der Break-Even zum Fälligkeitsdatum.

  • Omega ist der effektive Hebel

  • Aufgeld p.a./Omega erleichtert den Kostenvergleich von Optionsscheinen.
    Das Aufgeld/Omega sollte möglichst gering ausfallen.

  • Break-Even und Fälligkeit sollten nach dem Tradingansatz gewählt werden.

Eine einfache Strategie ist es somit, sich einen Zielbereich und dafür vorgesehenen Zeitraum zu überlegen und anschließend sämtliche Optionsscheine nach Aufgeld/Omega zu sortieren. Die meisten Online Broker bieten hierfür eine personalisierte Optionsschein-Suche.

Achtung: Optionsscheine werden ausschließlich von Emittenten wie der Deutschen Bank, Goldman Sachs, BNP Paribas.. usw. ausgegeben. Diese Optionsscheine werden zwar auch an Börsen gehandelt wie der Börse Stuttgart (also nicht nur außerbörslich) aber unterliegen dem Ermessen von Emittenten. Das heißt die Deutsche Bank stellt dir Kurse und kann somit auch den Handel aussetzen. (Passiert bei starken Kursbewegungen)
Desweiteren wird der Kurs auch Optionsscheinen auch relativ intransparent berechnet. Hier spielen Kennzahlen wie die implizierte Volatilität eine Rolle. Zu einem Groß-Event wie vor dem Brexit Referendum oder den US-Wahlen, werden sämtliche Optionsscheine angepasst. Die Spreads werden deutlich ausgeweitet oder Knockout Optionscheine bekommen Aufgeld. Zusammengefasst: Man sollte aufpassen wann man kauft (nicht nur was), denn die Bank verliert ungern und gewinnt meist immer.

Was sind Optionen?

"Eine Option gibt dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) ein Vertragsangebot zeitlich befristet anzunehmen. Im Vertragsangebot ist der Preis und die Menge der angebotenen Ware fixiert. Sogenannte Calls oder Kaufoptionen geben das Recht, die Ware zu einem bestimmten Preis zu kaufen und Puts oder Verkaufsoptionen räumen das Recht ein, eine bestimmte Ware zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Wenn eine Option bis zum letzten Handelstag nicht ausgeübt wird, verfällt sie wertlos." Quelle:boerse.de

Der Handel von Optionen wird für (Deutschland) hauptsächlich über die EUREX abgewickelt und bietet für den erfahrenen Trader oder Anleger Möglichkeiten sich besonders akkurat gegen Risiken abzusichern oder noch stärker von steigenden Kursen zu profitieren. Optionen besitzen einen Verfallstermin, an diesem laufen die Optionen aus und werden ausgeübt. Dieser spielt eine Rolle bei der Strategie "Verfallstag".

Abgesehen von dem Kauf von Optionen gibt es noch Stillhalter.
Der Stillhalter verkauft Optionen an der Terminbörse (hier EUREX).Hierfür bekommt er den Preis der Option als Prämie. Eine Margin, die je nach Risiko unterschiedlich hoch ausfallen kann, muss jedoch hinterlegt werden. Der Stillhalter ist in der Verpflichtung, dem Optionsinhaber bei Ausübung bzw. am Laufzeitende das entsprechende Underlying der verkauften Option zu einem bestimmten Preis zu liefern (Call) bzw. zu einem bestimmten Preis abzukaufen (Put).

Wofür werden Optionen am häufigsten genutzt?

  1. Man kann mit Optionen mit geringem Kapital einen Hedge (Absicherung) des Portfolios eingehen. Angenommen man besitzt einen DAX ETF oder einige DAX Aktien und geht wegen einem bevorstehenden Ereignis (US-Wahl, neues EU-Referendum.. usw.) von fallenen Kursen aus. Hier würden sich Put Optionen auf den DAX anbieten. Man würde einen niedrigen DAX Stand annehmen und eine Laufzeit auswählen und darauf eine (Put) Option kaufen. Logik:
    Der DAX fällt -> Aktienportfolio wird weniger wert -> DAX Put Option -> gewinnt an Wert -> Ergebnis: Kein Verlust.
    Der DAX steigt -> Aktienportfolio wird mehr wert -> DAX Put Option -> verliert an Wert ->
    Ergebnis: Kein Verlust.

  2. Man kann mit Optionen mit geringem Kapital auf steigende Kurse setzen und profitiert von niedrigen Transaktionskosten und erhöhtem Hebel.

  3. Stillhaltergeschäfte werden fast ausschließlich von Institutionellen (bzw. Profis) getätigt. In Phasen von Seitwärtsmärkten werden Stillhalterprämien eingenommen. Darüberhinaus werden Stillhaltergeschäfte in Puts von Institutionellen auch genutzt, um Aktienpreise in der Zukunft zu gewährleisten (also günstiger nachzukaufen).

Optionen sind für den Einsteiger ungeeignet, weil es einige Dinge zu beachten gibt. Ansonsten sind Optionen unter den Derivaten die seriöseste Wahl

Was sind Zertifikate?

Ein Zertifikat ist ein Konstrukt - ein Nachweis über die Hinterlegung und den Besitz von Wertpapieren.

Zertifikate werden oft für Derivate genutzt, denn die Emittenten können praktisch jedes Finanzmarkt-Szenario mit Zertifikaten nachstellen. Es gibt sehr viele verschiedene Zertifikatstypen und die meisten sind ungeeignet für Anfänger. Eine gründliche Suche ist notwendig um ein passendes Zertifikat-Produkt zu finden.

Zertifikate werden ebenfalls von wikifolio und Lang&Schwarz genutzt, um den Social Tradern die Möglichkeit zu geben, die börsengelisteten Zertifkate für die Allgemeinheit investierbar zu machen.

Empfehlung von TRADE-REX: Sämtliche Hebelprodukt-Zertifikate sollten mit Vorsicht genossen werden. Knockout-Hebelzertifikate sind am transparentesten und bieten für den Einsteiger die einfachste Möglichkeit Handelsideen zu vollziehen oder Absicherungen einzugehen.

Zusammenfassung

Derivate sind meist ungeeignet für den Anfänger.  Für den Profi bieten sich Optionen an. TRADE-REX mahnt zur Vorsicht, da viele Derivate sehr intransparent sind und man dem Emittenten zu stark ausgeliefert ist. Situationsbedingt können Derivate sinnvoll eingesetzt werden. Deshalb lohnt es sich, sich mit Derivaten auseinander gesetzt zu haben.

Achtung: Spätestens seit der Finanzkrise 2008 sollte jedem das Emittentenrisiko bewusst sein. (Insolvenz)

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